Mit der Verbreitung von CGMs gerät eine weitere Kenngröße in den Fokus: die Stärke der Schwankungen der Blutzuckerwerte. Denn neben dem Durchschnitt der Glukosewerte, ist auch das Vermeiden einer ausgeprägten Berg-und-Tal-Fahrt wichtig. Dafür gibt es verschiedene Kennzahlen, mit die wichtigste ist hierbei der Variationskoeffizient CV%. Was in Formeln genau dahinter steckt, könnt Ihr auf den Seiten der Deutschen Diabeteshilfe nachlesen.

Schwankung der Blutzuckerwerte und Variationskoeffizient
Nicht mehr voll wirksames Insulin im Urlaub hat zu einem ständigen Nachkorrigieren geführt. Das Auf und Ab ist auch sichtbar im relativ hohen CV.

Warum ist das wichtig

Es gibt unter Experten die feste Annahme, dass das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken stark steigt mit vielen Schwankungen im Blutzucker. Auch wird wohl oxidativer Stress und andere Entzündungsprozesse hierdurch gefördert. Doch noch ist die Studienlage dünn. Experten raten zu einem CV von unter 36 % oder teilweise unter 33 %.

Darüber hinaus ist der CV einfach ein weiterer Wert, der hilft, die Qualität der Therapie zu bewerten. Ist er hoch, d.h. schwankt der Blutzucker stark, ist offenbar nicht Alles voll unter Kontrolle, und man sollte nach Ursachen schauen.

Ursachen

Die Ursachen für einen höheren CV sind natürlich hohe Blutzucker, die dann wieder in die Norm gebracht werden. Aber so einfach ist es doch nicht. Denn es ist deutlich, dass in diesen Fällen auch die Anzahl an Hypos stark steigen. Also, wenn viel auf und ab, dann auch viele Hypos, was bei genauem Hinsehen auch Sinn macht:

Hypos führen zu Hypers:

  • Ein Bolus wurde überschätzt
  • zuviele KE gegengefuttert (Überkompensation) und
  • das Notprogramm der Leber schüttet Zucker aus ohne einen Überzucker im Sinn zu haben (Gegenregulation).

Hypers gefolgt von einem Absinken des Zuckers zurück in die Norm aufgrund verschiedener Ursachen:

  • Dosis: Ein Bolus wurde unterschätzt
  • Timing: Nicht Einhalten des Spritz-Ess-Abstands und Spritzen nach dem Essen: in diesen Fällen saust der Blutzucker erst einmal ungehindert in die Höhe bis das Insulin seine Wirkung entfaltet und ihn, teilweise genauso schnell, wieder nach unten bringt
  • Eine FPE-reiche Mahlzeit wurde nicht zeitverzögert nachgespritzt
  • Stress, Dawn-Phänomen etc.

Der eigene CV-Wert

Wo man selbst steht, sieht man in den CGM-Report. Wo genau, zeigen wir für Dexcom G6, Medronic Guardian und Freestyle Libre 2 in einem kurzen Video hier.

Fazit

Liegt die eigene CV zu hoch, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden. Gemeinsam kann entschieden werden, welche die wichtigsten Ursachen für das Auf und Ab sind, und wo man am besten ansetzt.

Weitere Infos

Wer gern noch etwas tiefer einsteigen möchte, findet hier gutes Lesematerial:

https://www.diabetes-kids.de/artikel/diabetes-begriffe-erkart-durchschnittlicher-glukosewert-standardabweichung-variationskoeffizient-und-glukosevariablitat-6150

https://www.medmedia.at/diabetes-forum/glukosevariabilitaet-hypoglykaemierisiko-und-kardiovaskulaere-ereignisse/

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