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Insulinresistenz und Typ-1-Diabetes

Insulinresistenz ist ein Begriff, der oft mit Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht wird. Doch auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kann dieses Phänomen auftreten und die Blutzuckerkontrolle erschweren.

Definition und Erklärung von Insulinresistenz

Insulinresistenz beschreibt die verminderte Wirkung von Insulin im Körper. Normalerweise unterstützt Insulin die Regulation des Blutzuckerspiegels. Doch bei insulinresistenten Personen reagiert der Körper nicht angemessen auf das Hormon. Bei Menschen, die kein Insulin nehmen, kann zu einer erhöhten Konzentration von Glukose im Blut führen. Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes hingegen benötigen eine im Verhältnis hohe Dosis an Insulin.

Skizze einer Zellwand mit einem blockiertem Insulinrezepter und einem Glukosemolekül was von der Zellwand abprallt
Insulin ist notwendig für die Aufnahme von Glukose in der Zelle. Bei Insulinresistenz ist der Mechanismus ausgebremst.

Der Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Typ-1-Diabetes

Auch Menschen mit Typ-1-Diabetes können von Insulinresistenz betroffen sein. Dann spricht man auch von Doppel-Diabetes. Hierbei sind die Ursachen großteils die gleichen. Dazu gehören Übergewicht, Bewegungsmangel und bestimmte genetische Einflüsse. Jeder 10. Mensch mit Typ-1 Diabetes ist betroffen1.

Aber Forscher vermuten, dass Typ-1-Diabetes auch selbst Insulinresistenz fördert. Beim gesunden Körper gibt die Bauchspeicheldrüse Insulin in den Blutkreislauf ab, um verschiedene Gewebe und Organe zu erreichen. Bei Typ-1-Diabetes wird das Insulin jedoch in subkutane Depots gespritzt. Dadurch gibt es Unterschiede in der Verteilung und im Spiegel des Insulins im Vergleich zur natürlichen Freisetzung. Die Hypothese2 besagt, dass die Aufnahme von Insulin aus den subkutanen Depots zu höheren Insulinspiegeln in den peripheren Geweben und niedrigeren Spiegeln in der Leber führt. Dies könnte zu einer verringerten Glukoseaufnahme in den peripheren Geweben und einer erhöhten Glukoseproduktion in der Leber führen. Dies beides würde zur Insulinresistenz beitragen.

Drei Faktoren (Typ-1 Diabetes, genetische Veranlagung, Lebensstil) mit Wirkungspfeil auf das Wort Doppel-Diabetes
Bei Doppel-Diabetes kommt der Typ-1 Diabetes als Faktor für Inslinresistenz hinzu

Insulinresistenz und Blutzuckerkontrolle und Diagnose „Doppel-Diabetes“

Insulinresistenz kann die Blutzuckerkontrolle bei Typ-1-Diabetes erschweren. Dann zeigt sich bei Personen mit Typ-1-Diabetes eine Insulinresistenz darin, dass sie immer höhere Insulindosen benötigen, um den Blutzuckerspiegel ausreichend zu senken. Dies kann zu einem Teufelskreis führen: Die Resistenz steigert den Insulinbedarf. Dieser wird durch durch die Zugabe von außen, ungebremst erfüllt. Die hohen Insulinspiegel begünstigen die Gewichtszunahme, was die Resistenz weiter verstärkt. Außerdem können sich bei Maßnahmen gegen die Insulinresistenz die Umrechnungsfaktoren ändern.
Für eine Diagnose gibt es eine Formel, mit der sich abschätzen lässt, ob ein Doppel-Diabetes vorliegt. Die „Estimated Glucose Disposal Rate”, übersetzt in etwa als die “Geschätzte Glukose-Abbau-Rate“, schätzt, wie schnell Blutzucker abgebaut wird. Alle Werte unter 8.77 mg/KGxmin weisen auf eine 100% Sensivität hin, d.h. dass kein Problem zu vermuten ist. Hier ließen die körperliche Statur (nämlich das Verhältnis von Bauchumfang zu Hüftumfang), Bluthochdruck und HbA1c ein. Die Formel ist hier [3].

Strategien zur Bewältigung der Insulinresistenz

Es gibt verschiedene Strategien, um die Insulinsensitivität zu verbessern und die Insulinresistenz bei Typ-1-Diabetes zu bewältigen. Regelmäßige körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und ein gesundes Körpergewicht verbessern die Insulinsensitivität.

Zusätzlich zur Insulintherapie könnten Personen mit Doppel-Diabetes möglicherweise auch von Antidiabetika profitieren. Diese werden normalerweise nur bei Typ-2-Diabetes verschrieben, für Typ-1-Diabetes sind derzeit keine dieser Medikamente zugelassen. Wenn Ärzte sie dennoch verschreiben, müssen sie die Patienten über die Anwendung außerhalb der Zulassung („Off-Label-Use“) informieren und sorgfältig über die Risiken aufklären. Die Kosten für diese Medikamente werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

Ein bekannter Wirkstoff ist Metformin, der bei Typ-2-Diabetes eingesetzt wird. Metformin hemmt die Zuckerproduktion in der Leber und erhöht die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Bei Doppel-Diabetes kann ein Versuch mit Metformin den Insulinbedarf senken und die Blutzuckerwerte verbessern4.

Fazit

Insulinresistenz kann auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auftreten. Aufgrund sich ändernder Umrechnungsfaktoren und allgemein hoher Dosierungen stellt eine zusätzliche Herausforderung bei der Blutzuckerkontrolle dar. Typ-1 Diabetes könnte auch selbst ein Faktor für die Entstehung von Insulinresistenz sein. Versteht man die Zusammenhänge zu verstehen, lassen sich leichter individuelle Strategien zur Bewältigung der Insulinresistenz entwickeln. Durch enge Zusammenarbeit mit dem medizinischen Team und eine gesunde Lebensweise können Menschen mit Typ-1-Diabetes die Insulinsensitivität verbessern und die Auswirkungen der Insulinresistenz minimieren.

Hinweis: Dieser Blogbeitrag dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Fragen oder Bedenken wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Diabetesberater.

Quellen und Links

[1] https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Das-ist-bei-Double-Diabetes-zu-tun-244661.html

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3671104/

[3] https://www.diabetes-news.de/wissen/therapie-typ-1/doppeldiabetes-ein-zwilling

[4] https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/diabetes/wie-doppeldiabetes-entsteht-und-was-sie-dagegen-tun-koennen-938309.html

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