Was sind FPE?

Fett-Protein-Einheiten, kurz FPE, sind so etwas ähnliches wie KE bzw. BE, d.h. wie Kohlenhydrat- bzw. Broteinheiten. Isst man Fett oder Protein führen diese nämlich, anders als vor allem früher häufig in Diabetes-Schulungen gelernt, zu einem Blutzuckeranstieg. Daher hier nun eine kleine Einführung.

Warum so ein Nischendasein?

Verschiedene Gründe:

  • Während eine Mahlzeit mal locker 3 KE beinhaltet, sind 3 FPE doch eher selten. Doch beispielsweise bei Low-Carb Ernährung, bzw. wenn man einfach gern lieber Eiweiß- bzw. fettreiches Essen bevorzugt, kann dies auf Dauer eine Rolle spielen.
  • Die Relevanz ist erst in den letzten Jahren mit dem Einzug von CGMs richtig sichtbar geworden.
  • FPE sind schwer zu bestimmen und fehlen im Auswendiglern-Programm der Schulungen. Es reicht leider nicht aus, einfach die Gramm-Angaben der Packung zu studieren und durch 10 zu teilen. Da Fett und Eiweiß eine Rolle spielen, ergeben sich die FPE aus einer komplizierten Formel, die wir Euch an dieser Stelle ersparen. Ihr könnt sie z.B. hier nachlesen.
  • FPE wirken zeitverzögert. Gerade als Penuser macht es das aufwendig, da man an eine zweite Injektion denken muss. Insulinpumpen bringen normalerweise eine Funktion für einen verzögerten Bolus mit. Neuere AID Systeme haben dies leider (teilweise?) wieder abgeschafft, was schade ist. Denn bei sehr FPE-reichem Essen schafft auch die Loop nicht den Anstieg abzufangen.

Einige FPE und Verzögerung

Die Berechnung von FPE ist kompliziert und kaum im Kopf möglich. Daher hier eine kleine Merkliste:

FPE wichtiger Lebensmittel

Plant man einen zweiten Bolus, ist das Timing natürlich wichtig. Um eine Hypo zu vermeiden, darf der Abstand nicht zu kurz gewählt sein.

Berechnung

Wenn man die FPE kennt und die Verzögerung, berechnet sich die benötigte Insulinmenge aus dem persönlichen FPE-Faktor, analog zum KE-Faktor. Der Faktor unterscheidet sich vom KE-Faktor und ist meistens niedriger. Experten raten dazu, beim Austesten mindestens mit dem halben KE-Faktor zu starten, um Hypos zu vermeiden.

Fazit

Gerade wenn man abends spät nochmal fettreich ist, z.B. Käsechips auf dem Sofa, kann sich ein zweiter Bolus für eine ruhigere Nacht (d.h. weniger Sensor-Hoch-Alarme) lohnen. Wir würden aber dabei immer niedrig Alarme auch nachts angeschaltet lassen. Wer FPE neu für sich ins Bolus-Programm aufnehmen möchte, sollte sich in jedem Fall von seinem Diabetesberater Information und Rat holen.

Ein Gedanke zu „FPE für Anfänger“

  1. Ich finde die Einbeziehung der FPE super. Mache dies seit ca. einem Jahr und konnte dadurch die späten BZ Anstiege bei Fett-/Proteinreicher Nahrung gut in den Griff kriegen.
    Schulung in der Diabetespraxis war hilfreich, aber mit Schulungsunterlagen geht es auch …
    Haben in der Schulung übrigens die Beta-Version des Schulungsmaterials, das bei Kirchheim Verlag verlegt wird, genutzt und diese auf Patientenverständnis getestet 🙂

    Wen es interessiert: ProFet Schulungsset im Kirchheim Verlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.