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Korrekturfaktor, KE-Faktor etc.: mit Faustregeln abschätzen

Therapie-Parameter bei Diabetes, z.B. Korrekturfaktor oder KE-Faktor, sind oft nur sehr grob bekannt. Dabei haben wissenschaftlich Studien gute Schätzregeln abgeleitet. Die hier verwendeten Formeln für Korrekturfaktor, KE-Faktor und Insulin-Tages-Gesamt-Dosis stammen aus einer Veröffentlichung von John WalshRuth RobertsTimothy S Bailey  und  Lutz Heinemann. Dort wird zur Optimierung der Therapie folgendes Vorgehen vorgeschlagen:

  1. Eliminierung von repetitiven Hypos: Diese bringen den ganzen Stoffwechsel durcheinander, so dass man damit nicht sinnvoll damit arbeiten kann. Sie empfehlen ein Senken der Basalrate schrittweise um 5%.
  2. Falls der HbA1c < 7,5 % liegt, aber die Variabilität stark ist, Anpassung von Korrekturfaktoren und KE-Faktoren
  3. Für eine Senkung des HbA1c zusätzlich eine Anpassung der Insulin-Tages-Gesamt-Dosis

Hier sind die Formeln aus den Studien hinterlegt. Und Du kannst hier ausprobieren, ob sie für Dich passen.

Korrekturfaktor

Der Korrekturfaktor bestimmt, um wieviel der Blutzucker absinkt, wenn eine Einheit Insulin verabreicht wird. Dieser lässt sich näherungsweise aus der Insulin-Tages-Gesamt-Dosis berechnen.

KE-Faktor

Der KE-Faktor sagt aus, wieviel KEs, das heißt 10 g Kohlenhydrate, man pro Einheit Insulin essen kann. Dieser kann mit der Insulin-Tages-Gesamt-Dosis und Körpergewicht abgeschätzt werden. Tageszeitliche Abhängigkeiten sind dann natürlich nicht berücksichtigt.

Tägliche Gesamtdosis

Eine individuell optimale Insulin-Tages-Gesamt-Dosis lässt sich abschätzen aus: durchschnittlichen Glukosewert, bisheriger Gesamtdosis, Ziel-Wert des Glukose-Durchschnitts und ungefähre Anzahl der täglichen Korrekturen. Als Ziel-Glukose-Durchschnittswert schlagen die Autoren einen Wert von 144 mg/dl vor, und für die Anzahl der Korrekturen 2,5. Diese Werte kann man nach Bedarf anpassen. Zum Beispiel sind in einer Schwangerschaft die Zielwerte niedriger, oder bei einer Hypo-Wahrnehmungsstörung höher.

Verteilung Basalrate

Das Renner-Schema ist die gängige, initiale Vorbelegung für die Verteilung des Basalinsulins über den Tag bei einer Pumpe. Individuell ist dies natürlich immer anders. Aber vermutet man eine total verstellte Basalrate, ist dies ein guter Startpunkt der Fehlersuche.

HbA1c-Berechung

Anhand der CGM-Daten lässt sich der HbA1c recht gut abschätzen, ohne das eine Labormessung durchgeführt werden muss. Eingabe ist lediglich der durchschnittliche Glukosewert, wie sie die CGM-Systeme in ihren Reports anzeigen.